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Eckdaten

Daniel Spoerri pflegte verschiedene Bekanntschaften zu Künstlerkollegen wie Joseph Beuys, Marcel Duchamp, Yves Klein und Man Ray.

  • Geboren: 27. März 1930
  • Geburtsort: Galaţi, Rumänien
  • Nationalität: Schweizerisch/ Rumänisch
  • Ausbildung und Studium: Klassischer Tanz und Pantomime in Zürich
  • Epoche: Zeitgenössische Kunst
  • Stilrichtung: Eat-Art

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Biographie

PRIVAT

Kindheit

Daniel Spoerri wurde als Daniel Isaac Feinstein am 27. März 1930 im rumänischen Galaţi geboren. Er und seine Eltern lebten die ersten Jahre in Rumänien bis Spoerris Vater Isaac Feinstein von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Daraufhin flüchtete seine Mutter Lydia Feinstein-Spoerri im Jahr 1942 mit ihrem Sohn in die Schweiz. Dort lebte die gebürtige Schweizerin bei ihrem Bruder Theophil Spoerri in Zürich. Dieser adoptierte den Künstler später und Spoerri nahm seinen Namen an.

 

Studium und Tanzkarriere

Der junge Spoerri machte zunächst eine kaufmännische Lehre und arbeitete danach in verschiedenen Berufen um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Unter anderem war er Buchhändler, Fotograf und Verkäufer. Später im Jahr 1949 fing er ein Studium des Klassischen Tanzes und Pantomime an. Er studierte in Zürich und Paris. Im Jahr 1954 schloss er sein Studium ab und arbeitete erfolgreich als Tänzer am Stadttheater in Bern. Dort tanzte er überwiegend Avantgardestücke und machte sich in der Tänzerszene einen Namen. Während dieser Zeit machte Spoerri erste Erfahrungen mit Kunst in Form von mehreren Kurzfilmen. Seine anfänglichen Versuche hinterließen bei zahlreichen Bekanntschaften wie Meret Oppenheim und Dieter Roth Eindruck.

 

Lehrtätigkeit

Spoerri war von 1978 bis 1982 Professor für Dreidimensionale Gestaltung an den Kölner Werkschulen. Später wurde er an die Akademie der bildenden Künste in München berufen und lehrte dort bis 1989.

 

 

KÜNSTLERISCHES WERK

Motive und Themen

Daniel Spoerri zählt zu den bekanntesten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Er gilt als Erfinder der sogenannten Eat-Art..

Im Jahr 1959 zog Spoerri nach Paris, um sich als Künstler zu etablieren. Dort lernte er Künstlerpersönlichkeiten wie Yves Klein und Man Ray kennen und setzte sich ausgiebig mit den Werken der französischen Vertreter der Objektkunst auseinander. So entstanden auch seine ersten Objekte in Paris. Im selben Jahr gründete Spoerri die Edition MAT (Multiplication d'Art Transformable). Die Edition MAT war die erste Edition, die reproduzierte Objekte (Multiples) zeigte. Diese Kunstform ist heutzutage weit verbreitet. Zahlreiche Künstler wie Christo, Heinz Mack und Marcel Duchamp wurden in der Edition MAT mit ihren Werken gezeigt.

1960 war Spoerri neben Pierre Restany, Yves Klein und Raimond Hains Mitbegründer des Manifest Nouveau Réalisme, einer Künstlergruppe in Frankreich. Spoerri und andere Künstler der Gruppe widmeten sich den weltbekannten Fallenbildern (Tableaux pièges). Das Fallenbild zeigt eine Art Momentaufnahme eines alltäglichen Geschehens, wie einer Mahlzeit. Durch die Verfremdung der dargestellten Objekte wurde der Betrachter in eine Art „Falle“ gelockt um eine andere Sichtweise auf alltägliche Gegenstände zu erhalten. Spoerris Kunst sollte vom Zufall gelenkt werden, so dass sich der Betrachter in einer bekannten Situation wiederfindet.

Im Jahr 1961 konnte Spoerri an der Ausstellung The Art of Assemblage im MoMa (Museum of Modern Art) New York teilnehmen. Das Museum kaufte daraufhin eine seiner Arbeiten (Kichkas Frühstück I) an.

1968 eröffnete Spoerri das Restaurant der Sieben Sinne in Düsseldorf, zu dem auch die neu gegründete Eat-Art-Gallery gehörte. Spoerris Eat-Art ging aus den Fallenbildern hervor und setzte das Essen durch Fixierung und das Hinzufügen von anderen Materialien auf eine neue ungewohnte Art in Szene. Durch diesen Prozess wurde Essen und Trinken zum künstlerischen Thema erklärt und konnte durch den Betrachter auf einer neuen räumlichen Dimension wahrgenommen werden.

Für Spoerri ist es von großer Bedeutung einen Teil des alltäglichen Geschehens in seinen Werken einzufangen.  Seine Werke sollen Gewohnheiten in Frage stellen und die Frage nach Geschmacksinn näher beleuchten. In seinem Restaurant fanden Aktionen und Performances von Künstlern, wie z. B. Joseph Beuys statt. In der Eat-Art-Gallery setzte Spoerri mehrere Bankette um, bei denen seine Kunst gezeigt wurde. Im Jahr 1972 schloss er das Esslokal.      

Um seine Eat-Art zu erweitern, schuf er in den 1970er Jahren eine Reihe von Brotteigobjekten.  Dazu kombinierte er verschiedene Alltagsgegenstände mit Teig und backte Objekte, wie z. B. Bügeleisen oder Autositze in Brot ein. Durch den Prozess des Aufquellens und Ausdehnens verfremdete er das Lebensmittel und den Gegenstand von seiner ursprünglichen Funktion und Erscheinung.

Nach dem Aufgeben seines Restaurants und der Eat-Art-Gallery zog er in die Toskana. Dort eröffnete er den Künstlergarten Il Giardino. Spoerri fertigte für diesen überwältigenden Skulpturengarten zahlreiche Plastiken an und ist auch gegenwärtig stets bemüht, diesen zu erweitern.

1998 war Spoerri Autor des Buchs Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls. Spoerri untersuchte Alltagsgegenstände wie Münzen und Flaschen auf ihre Herkunft und Bedeutung und kommentierte diese mit schnittigen Anekdoten.

Seit 2007 lebt und arbeitet Spoerri in Wien. In Österreich hat er auch seine alte Eat-Art-Idee wieder aufgegriffen. 2009 gründete er in Hadersdorf am Kamp in zwei Häusern am Marktplatz erneut ein Eat-Art-Restaurant und ein Ausstellungsraum. Das Ausstellungshaus trägt den Namen Ab-Art.

 

Sammlungen

Belgien

 

Deutschland

                              

England

 

Frankreich

 

Österreich

 

Schweden

 

Ungarn

 

USA

 

Ausstellungen

Aktuelle Ausstellungen

  • 10. Oktober 2015 – 31. Januar 2016 Daniel Spoerri. Eat Art in Transformation – Galeria Civica, Modena, Italien

 

Vergangene Ausstellungen

  • 2015 KUNST FÜR ALLE. Multiples, Grafiken, Aktionen aus der Sammlung Staeck – Akademie der Künste, Berlin
  • 2015 ZERO. Let us Explore the Stars – Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 2014 Hans im Glück. Kunst und Kapital – Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg
  • 2013 Waschrumpel – LEVY Galerie, Hamburg
  • 2012 Wunderbar – Kunstmuseum, Winterthur
  • 2011 Schönheit und Vergänglichkeit – Essl Museum, Klosterneuburg
  • 2010 Daniel Spoerri. Ein Augenblick für eine Ewigkeit – Kunsthalle, Krems
  • 2009 Eaten by... – Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz
  • 2009 6. art Karlsruhe, Karlsruhe
  • 2009 Die Kunst ist Super! – Hamburger Bahnhof, Berlin
  • 2008 Ad Absurdum. Energien des Absurden von der klassischen Moderne zur Gegenwart – MARTa Herford Museum, Herford
  • 2007 Not by Chance – Centro per l’Arte Contemporanea Luigi Pecci, Prato
  • 2006 Daniel Spoerri. Retrospektive – Kunstsammlung Neubrandenburg
  • 2005 EXIT. Ausstieg aus dem Bild – ZKM, Karlsruhe
  • 2005 Daniel Spoerri – Galerie La Nuova Pesa, Rom
  • 2002-04 Der Zufall als Meister – Stadt Galerie, Klagenfurt; Kunsthaus, Wien; Kunstverein, Lingen; Ludwig Museum, Budapest
  • 2001 Wertwechsel. Zum Wert des Kunstwerks – Museum für angewandte Kunst, Köln
  • 1999 ROTE LIEBE – Raab Galerie, Berlin
  • 1999 Deep Storage – Stiftung Museum Kunstplast, Düsseldorf
  • 1998 Ein Bild (Der Wolfspelz) – Akademie der Künste, Berlin
  • 1998 Karneval der Tiere – Kunsthalle Fridericianum, Kassel
  • 1994 Das Jahrhundert des Multiple. Von Duchamp bis zur Gegenwart – Deichtorhallen, Hamburg
  • 1992 Eaten by... – Galerie Klaus Littmann, Basel
  • 1991 Corps en morceaux – Galerie Raab, Berlin
  • 1990 Daniel Spoerri. Retrospektive – Centre Pompidou, Paris; Städtische Galerie Lehnbachhaus, München
  • 1989 Le Musée Sentimental de Bâle – Gewerbemuseum, Basel
  • 1987 Bronze und Teppiche – Galerie Inge Baecker, Köln
  • 1986 Les Nouveaux Rélistes – Musée d’Art Moderne de la Ville, Paris; Kunsthalle Mannheim; Kunsthalle Winterthur
  • 1983 Der Verdauungsweg des Menschen – Ausstellung mit Studenten der Sommerakademie, Salzburg
  • 1981 Daniel Spoerri. Arbeiten seit 1963 – Modern Art Galerie, Wien
  • 1978 Faszination des Objekts – Museum für Moderne Kunst, Wien
  • 1977 Le Musée Sentimental – Centre Pompidou, Paris
  • 1974 Ambiente 74 – Kunstmuseum Winterthur
  • 1971 Multiples. The first Decade – Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
  • 1970 10 Anni Nouveau Réalisme – Rotonda della Besana, Mailand
  • 1969 Gegenverkehr – Kunstverein, Aachen
  • 1967 MAT and MAT MOT – Galerie Der Spiegel, Köln
  • 1965 Daniel Spoerri’s Room No. 631 at the Chelsea Hotel – The Green Gallery, New York
  • 1963 bis das Ei hart gekocht ist – Galerie Zwirner, Düsseldorf
  • 1960 Festival d’Art d’Avantgarde – Pavillon Américan, Paris
  • 1959 Edition MAT (Multiplication d’Art Transformable) – Galerie Edourd Loeb, Paris

 

Auszeichnungen

  • 2015 Silbernes Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich
  • 2009 Premio Michelangelo, Carrara
  • 2008 Eckart Witzigmann-Preis
  • 2008 Abrogino d’Oro, Mailand
  • 1993 Grand Prix National de la Sculpture, Frankreich
  • 1975 Artist in Residence, San Francisco

 

Filme

  • Daniel Spoerri. Jeteur d’Objects, Rolf Wäber, Frankreich/Schweiz 1993, ‚’58.
  • Les Nouveaux Réalistes, Adrian Maben, Deutschland 1989, ’60.                             
  • Le Manège de Petit Pierre, Daniel Spoerri/Marie-Louise Plessen, Deutschland 1979, ‚’10.

 

Literatur

  • Il Spoerri. Oder es gibt, Ausstellungskatalog, Galerie Hamburg, Bielefeld/Berlin 2015.
  • Daniel Spoerri. Waschbretter, Waschrumpeln, Waschrubbeln, Wash Board, Ausstellungskatalog, LEVY Hamburg, Bielefeld 2013.
  • Historia rerum rariorum. Daniel Spoerri, Ausstellungskatalog, Museumsberg Flensburg, Bielefeld 2013.
  • Daniel Spoerri. Weißt Du, schwarzt Du?, Ausstellungskatalog, Museum Bahnhof Rolandseck, Bielefeld 2010.
  • Daniel Spoerri. Von den Fallenbildern zu den Prillwitzer Idolen, Ausstellungskatalog, Kunsthalle Jesuitenkirche Aschaffenburg, Bielefeld 2010.
  • Daniel Spoerri. Ein Augenblick für eine Ewigkeit, Ausstellungskatalog, Kunsthalle Krems, Nürnberg 2010.
  • Daniel Spoerri. Der Zufall als Meister, Thomas Levy, Bielefeld 2003.
  • Anekdotomania. Daniel Spoerri über Daniel Spoerri, Daniel Spoerri, Ostfildern/Ruit 2001.
  • Daniel Spoerri beschreibt 54 Werke, Daniel Spoerri, Basel 2001.

 

Eigene Schriften

  • Daniel Spoerri: Nouveau Réalisme, Wien 2005.
  • Daniel Spoerri: Anekdotomania. Daniel Spoerri über Daniel Spoerri, Ostfildern/Ruit 2001.                                              
  • Daniel Spoerri: Journal Gastronomique, Genf 1998.
  • Daniel Spoerri. Gastronomisches Tagebuch, Hamburg 1995.

 

Weblinks

 

News