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Eckdaten

  • Geboren: 24. März 1944
  • Geburtsort: Michelstadt, Hessen
  • Nationalität: Deutsch
  • Studierte: Hochschule für Bildende Künste Hamburg
  • Ähnliche Künstler: Hanne Darboven
  • Epoche: Postmoderne
  • Stilrichtung: Fluxus, Happening
  • Medium: Performance, Installation, Video, Plastik

Rebecca Horn Kunst kaufen

Biographie

PRIVAT

Kindheit und Studium

Rebecca Horn wurde am 24. März 1944 in Michelstadt im hessischen Odenwald geboren. Schon während ihrer Kindheit kam sie mit Kunst in Berührung. Durch Bücher, Zeichenunterricht und ihrem Onkel, der Künstler war, entschied sie sich früh für einen künstlerischen Weg. Sie besuchte zunächst ein Internat und studierte nach ihrem Abschluss Volkswirtschaftslehre, um die Textilfabrik ihrer Familie zu übernehmen. Nach einem halben Jahr allerdings brach sie das Studium ab. Bewarb sich daraufhin an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und fing das Studium der Kunst und Philosophie an.

Neben ihrer Studienzeit setzte sie sich mit zahlreichen Schriften von Raymond Roussel, Kafka, Pasolini, Jean Genet und vielen anderen Schriftstellern auseinander. Diese beeinflussten sie und ihre Kunst stark.

1967 fertigte sie Abgüsse aus Glasfasern an und erlitt daraufhin eine Lungenvergiftung. Ein Jahr lang musste sie im Krankenhaus verbringen. Seit diesem Vorfall fertigt sie ihre Plastiken nur noch aus organischen Materialien an. 1971 erhielt sie ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) an der St. Martin’s School of Art London. In ihrem einjährigen Aufenthalt gestaltete sie mehrere körperbezogene Skulpturen.

 

Lehrtätigkeit

1972 zog Horn in die USA und lebte bis 1981 in New York. Zu dieser Zeit hatte sie eine Stelle als Gastprofessorin am California Art Institute in San Diego inne. Anfang der 1980er Jahre kam sie wieder zurück nach Deutschland und begann 1989 eine Lehrtätigkeit an der Universität der bildenden Künste Berlin (UdK). Diese Stelle übte sie bis 2009 aus. Seit 2007 lebt und arbeitet Rebecca Horn in Berlin und Paris.

 

 

KÜNSTLERISCHES WERK

Motive und Themen

Seit den 1970er Jahren setzt sich Rebecca Horns Gesamtwerk aus verschiedenen Medien wie Installationen, Performances, Zeichnungen, Plastiken und Videos zusammen. 1972 nahm sie an der documenta 5 teil, die unter Harald Szeemann geleitet wurde. Sie war die jüngste teilnehmende Künstlerin. Das Thema ihrer Plastiken, die sie in dieser Zeit schuf, waren Körpererweiterungen und Verlängerungen. So entstand 1968 ihre erste Skulptur Arm-Extensions.

Für Horn war es von großer Bedeutung, dass der Betrachter durch ihre Kunst eine neue Raumerfahrung macht. Um dies zu ermöglichen, stellte sie sich selbst zur Verfügung, in dem sie ihren eigenen Körper zum Experiment machte.

Die Jahre in Amerika beeinflussten Horn nachhaltig. Sie lebte in New York im Stadtteil SoHo und gehörte der dortigen Fluxusbewegung an. Performances und Aktionen gehörten zu ihrem alltäglichen Künstlerrepertoire. Horn machte neben ihrer Performancekunst auch zahlreiche preisgekrönte Filme. Unter anderem wurde ihr 1975 der Deutscher Kritikerpreis für den Film Unter dem Wasser schlafen und Dinge sehen, die sich in weiter Ferne abspielen verliehen. Den Film untermalte sie mit poetischen und psychischen Sequenzen die eine gewisse Eigendynamik enthielten.

Die Arbeiten von Horn veränderten sich im Laufe der Zeit. Ihre körperbezogenen Arbeiten wurden von lebendig agierenden Plastiken abgelöst, wie z. B. die Pfauenmaschine von 1979/80. Die Kinetische Kunst löste Ihre körperliche Kunst ab.

Sie nahm an der documenta 5, 6, 7, sowie 9 teil und wurde 1986 mit dem documenta Preis in Kassel geehrt.

1987 gestaltete sie den Zwinger in Münster zu einem Mahnmal gegen NS-Gewalt um. Bei der Ausstellung Skulptur-Projekte verhalf sie mit der Plastik Das gegenläufige Konzert zu einer Veränderung des Zwingers und machte diesen wieder für die Öffentlichkeit interessant und zugänglich.

Mit ihrer Kunst will Rebecca Horn den Betrachter einerseits anlocken, um ihn dann wieder zu distanzieren.

Horns gesamtes künstlerisches Werk ist geprägt von den Themen Körper und Distanz. Sie verwendet verschiedene Mechanismen und verfremdet Perspektiven, so auch bei dem Werk Concert for Anarchy von 1990.

1994 hatte Rebecca Horn als erste Frau eine retrospektive Einzelausstellung im Guggenheim Museum New York und war auf dem Höhepunkt ihrer künstlerischen Laufbahn. Die Ausstellung mit ihrem Gesamtwerk wurde später nochmals in der Berliner Nationalgalerie und in der Kunsthalle Wien gezeigt.

 

Sammlungen

Deutschland

 

England

 

Liechtenstein

 

Niederlande

 

USA

 

Ausstellungen

Vergangene Ausstellungen

Einzelausstellungen

  • 2014 The Vertebrae Oracle – Sean Kelly Gallery, New York
  • 2013 The Chemical Wedding in Istanbul – Galerie Artist, Istanbul
  • 2012 Federn tanzen auf den Schultern – Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen
  • 2011 Crickets Song – Baldwin Gallery, Aspen
  • 2009 Rebellion in Silence – Museum of Contemporary Art, Tokio
  • 2009 Sunrise – Galerie Marie Laure Fleisch, Rom
  • 2008 Cosmic Maps – Sean Kelly Gallery, New York
  • 2007 Jupiter im Oktogon – Museum Wiesbaden
  • 2006 Treasures – Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2005 Twilight Transit – Sean Kelly Gallery, New York
  • 2003 Dancing Canvases – Galerie Thomas Schulte, Berlin
  • 2002 Herzschatten – Sean Kelly Gallery, New York
  • 2001 Rebecca Horn – Irish Museum of Modern Art, Dublin
  • 1999 REBECCA HORN. MOTION PICTURE – The Centre for Contemporary Art, Warschau
  • 1998 Spiegel der Nacht – Synagoge Stommeln, bei Köln
  • 1997 The Glance of Infinity – Kestner-Gesellschaft, Hannover
  • 1996 Seufzer der Steine – Galerie Franck & Schulte, Berlin
  • 1995 Rebecca Horn – Musée de Grenoble, Grenoble
  • 1994 Rebecca Horn – Neue Nationalgalerie, Berlin
  • 1993 Rebecca Horn – Guggenheim Museum, New York; Stedelijk van Abbemuseum, Eindhoven
  • 1992 La Lune Rebelle – Galerie de France, Paris
  • 1991 High Moon – Marian Goodman Gallery, New York
  • 1990 Diving through Buster’s Bedroom – Museum of Contemporary Art, Los Angeles
  • 1989 Missing Full Moon – Artsite Gallery, Bath
  • 1988 An Art Circus – Marian Goodman Gallery, New York
  • 1987 Plötzlich tauchte Buster Keaton als George Washington getarnt in der Bucht auf – Galerie Konrad Fischer, Berlin
  • 1986 The Gold Rush – Marian Goodman Gallery, New York
  • 1986 Die sizilianische Palastreise – Theater am Steinhof, Wien
  • 1985 The Golden Waterfall – Galerie Eric Franck, Genf
  • 1984 Rebecca Horn – Serpentine Gallery, London
  • 1982 Rebecca Horn. Zeichnungen. Objekte. Filme – Kunsthaus, Zürich
  • 1979 Dialogue Between Two Swings – Gallerie Salvatore Ala, Mailand
  • 1978 Die Eintänzer – Kestner-Gesellschaft, Hannover; Stedeijk van Abbemuseum, Eindhoven; Westfälischer Kunstverein, Münster
  • 1977 Zeichnungen, Objekte, Video, Filme – Kölnischer Kunstverein, Köln; Haus am Waldsee, Berlin
  • 1976 The Chinese Fiancée and Other Works – Galerie René Block, New York
  • 1975 Rebecca Horn – Kölnischer Kunstverein, Köln
  • 1974 Dreaming under Water – Galerie René Block, New York
  • 1973 Körperraum – Galrie René Block, Berlin

 

Gruppenausstellungen

  • 2015 KUNST FÜR ALLE. Multiples, Grafiken, Aktionen aus der Sammlung Staeck – Akademie der Künste, Berlin
  • 2014 Spuren der Moderne – Kunstmuseum Wolfsburg
  • 2013 44. Art Basel, Basel
  • 2012 Asche und Gold. Eine Weltenreise – MARTa Herford, Herford
  • 2011 42. Art Basel, Basel
  • 2010 9. Art Basel, Miami Beach
  • 2009 elles@centrepompidou – Centre Pompidou, Paris
  • 2008 Von Gerhard Richter bis Rebecca Horn. Werke aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland – Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
  • 2007 Stichwort Gegenwart – Ludwig-Forum für Internationale Kunst, Aachen
  • 2006 37. Art Basel, Basel
  • 2005 (my private) HEROES – MARTa Herford, Herford
  • 2004 Gegenwelten. Das 20. Jahrhundert – Neue Nationalgalerie, Berlin
  • 2001 Selected Works – Galerie Jamileh Weber, Zürich
  • 2000 Beauty Now – Haus der Kunst, München
  • 1998 Der unendliche Raum dehnt sich aus – Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden
  • 1996 Zeitströmungen – Sprengelmuseum, Hannover
  • 1994 Das Jahrhundert des Multiple. Von Marcel Duchamp bis zur Gegenwart – Deichtorhallen, Hamburg
  • 1992 A Changing Group Exhibition – Marian Goodman Gallery
  • 1990 Die Endlichkeit der Freiheit – Ausstellungsprojekt in Ost und West, Berlin
  • 1989 Magiciens de la terre – Centre Pompidou, Paris
  • 1987 Die Gleichzeitigkeit des Anderen – Kunstmuseum, Bern
  • 1985 The European Iceberg – Art Gallery of Ontario, Toronto
  • 1982 Sydney Biennale, Sydney
  • 1980 Deutscher Pavillon - Biennale di Venezia, Venedig
  • 1977 documenta 6, Kassel
  • 1976 Made in Berlin – Galerie René Block, New York
  • 1975 Körpersprache – Haus am Waldsee, Berlin
  • 1974 Kunst bleibt Kunst – Kölnischer Kunstverein, Köln
  • 1973 Kunst aus Photografie – Kunstverein, Hannover
  • 1972 documenta 5, Kassel

 

Auszeichnungen

  • 2010 Praemium Imperale, Japan Art Association
  • 2006 Piepenbrock Preis für Skulptur, Berlin
  • 2004 The Barnett and Annalee Newman Award, New York
  • 1994 Berliner Bär B.Z.-Kulturpreis, Berlin
  • 1993 Kunstpreis, Darmstadt
  • 1992 Medienkunstpreis, Karlsruhe
  • 1992 Kaiserring der Stadt Goslar
  • 1988 Carnegie Prize, Pittsburgh
  • 1986 Arnold-Bode-Preis, Kassel
  • 1979 Kunstpreis der Böttcherstraße, Bremen
  • 1977 Kunstpreis Glockengasse, Köln
  • 1975 Deutscher Kritikerpreis, Berlin

 

Filme             

  • Moon Mirror Journey, Rebecca Horn, Deutschland 2011, ’72.
  • Cutting Through the Past, Rebecca Horn, Deutschland 1995, ’55.
  • Buster’s Bedroom, Rebecca Horn, Deutschland/Kanada 1990, ’104.
  • La Ferdianda. Sonate für eine Medici-Villa, Rebecca Horn, Deutschland 1981, ’85.
  • Die Eintänzer, Rebecca Horn, Deutschland 1978, ’47.
  • Einhorn, Rebecca Horn, Deustchland 1970, ’12.

 

Literatur

  • Das Maribor Projekt: Rebecca Horn und Gäste, Ausstellungskatalog, Institut für Auslandsbeziehungen, Göttingen 2013.
  • Rebecca Horn. Love and Hate, Ausstellungskatalog, Museum der Moderne Salzburg, Salzburg 2008.
  • Rebecca Horn. Bodylandscapes, Ausstellungskatalog, Kunstsammlung NRW Düsseldorf, Ostfildern 2004.
  • Rebecca Horn. Light imprisoned in the belly of the whale, Ausstellungskatalog, Palais de Tokyo Paris, Ostfildern 2003.

 

Eigene Schriften

  • Rebecca Horn, Das Wirbelsäulen Orakel, Ostfildern 2014.
  • Rebecca Horn, in: Rebecca Horn. Love and Hate, Ausstellungskatalog, Museum der Moderne Salzburg, Salzburg 2008.
  • Rebecca Horn, Notebook Samarkand 2001, Berlin 2001.
  • Rebecca Horn, Tailleur du Coeur, Zürich/Berlin/New York 1999.
  • Rebecca Horn, La Lune Rebelle, Ostfildern 1993.

 

Weblinks

 

News