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Eckdaten

  • Geboren: 31. Dezember 1940
  • Geburtsort: Dessau, Sachsen-Anhalt
  • Nationalität: Deutsch
  • Ausbildung und Studium: Staatliche Kunstakademie Düsseldorf
  • Lehrer: Joseph Beuys
  • Epoche: Postmoderne
  • Stilrichtung: Minimalismus

Imi Knoebel Kunst kaufen

Biographie

PRIVAT

Kindheit

Imi Knoebel wurde am 31. Dezember 1940 als Klaus Wolf Knoebel in Dessau geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in der Stadt Grumbach bei Dresden. 1950 zog seine Familie nach Mainz, wo Knoebel seine Jugend verbrachte.

 

Studium

Im Alter von 22 Jahren begann Knoebel an der Werkkunstschule in Darmstadt ein Studium. Dort lernte er seinen Freund Rainer Giese kennen. Die enge Freundschaft mit Giese führte dazu, dass sie sich gemeinsam den Künstlernamen „Imi“ gaben. Imi war ein Abschiedsgruß der beiden Künstler und wurde später als Kurzform für „Ich mit Ihm“ bezeichnet. Knoebel und Giese beendeten zusammen frühzeitig ihr Studium in Darmstadt und zogen 1964 nach Düsseldorf. Dort fingen sie das Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf an. Sie wurden als Künstlergespann „Imi + Imi“ bekannt. Zunächst waren beide in der Gebrauchsgraphikklasse von Walter Breker, jedoch merkten die beiden schnell, dass sie in die Klasse von Joseph Beuys wechseln wollten. Vor allem war Beuys in der Zeit des Umbruchs ein Vorbild für Imi + Imi. Durch rebellische und provokative Handlungen war er ein Symbol und Ausdrucksträger einer gesellschaftlichen Umbruchsstimmung. Knoebel und Giese waren auf der Suche nach individuellen Entwicklungs- Ausdrucksmöglichkeiten und fanden diese in der Beuys’schen Klasse. Sie konnten sich mit der Lehrweise und der Kunst von Joseph Beuys identifizieren und wurden ohne dessen Zögern in seine Klasse aufgenommen. In Raum 20 wurden die meisten Schüler von Beuys untergebracht. Knoebel und Giese jedoch konnten in den angrenzenden Raum 19 mit Künstlern wie Jörg Immendorff und Blinky Palermo (Peter Heisekamp) umziehen. Durch den eigenen Klassenraum stieg das Selbstvertrauen der jungen Künstler. Sie konnten sich, ohne dass sie Beuys stark kritisierte, in ihrer Kunst frei entfalten. Blinky Palermo wurde ein guter Freund von Knoebel und Giese und zusammen mit ihm gründeten sie eine eigene Minimal Art Strömung.

 

Späteres Leben

Imi Knoebel lernte im Szenetreffpunkt Ratinger Hof in der Düsseldorfer Altstadt die Inhaberin Carmen Drawe kennen und lieben. Sie wurden ein Paar und heirateten am 28. Mai 1974. Kurz darauf wurde die erste Tochter Olga Lina geboren.

Im selben Jahr nahm sich Knoebels Weggefährte Imi Giese in Düsseldorf das Leben. Dies war ein großer Schock für Knoebel, den er in zahlreichen Werken verarbeitete.

1977 wurde die zweite Tochter Stella Liza geboren. Heute lebt und arbeitet Imi Knoebel in Düsseldorf. Durch die hohe Wertschätzung seines Gesamtwerkes wurde ihm im Jahr 2006 die Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität Jena verliehen.

 

Politisches Interesse

Imi Knoebel, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Günther Uecker und weitere Künstler engagierten sich im Jahr 1982 gegen das Kriegsrecht in Polen und für die polnische Gewerkschaft Solidarność. Verschiedene Werke der benannten Künstler wurden für Solidarność versteigert. 1988 schuf Knoebel das Kunstwerk Kinderstern. Dieser ist bis heute das Symbol für die Rechte der Kinder und finanziert Projekte für Kinder in Not. Der Kinderstern wird als „Soziale Plastik“ dargestellt und zeigt den „Erweiterten Kunstbegriff“ von Joseph Beuys, durch den Kunst auch gesellschaftlich verändernd auftreten soll.

 

 

KÜNSTLERISCHES WERK

Motive und Themen

In der Zeit zwischen 1966 und 1968 stellte Knoebel die sogenannten Linienbilder her. Überwiegend in schwarz/weiß entstanden mit Tusche und Feder 44 Werke. Durch graphische Mittel wurde die Malerei auf den materiellen Träger zurückgeführt, sodass puristisch minimalistische Arbeiten entstehen konnten. Mitte der 1960er Jahre wurde die Malerei als solche in Frage gestellt.

In seinen Werken setzte sich Imi Knoebel nun direkt mit dem Bildbegriff auseinander. Er untersuchte innerbildliche Strukturen der klassischen Malerei und ihm ging es in seinen Werken vor allem um das Problem der Immaterialität. In seiner Malerei wurde er unter anderem von konstruktivistischen Malern wie Kasimir Malewitsch (Das Schwarze Quadrat) beeinflusst.

Während seines Studiums wurden Hartfaserplatten zu seinen bevorzugten Arbeitsmaterialien. Später fertigte er flächige Skulpturen aus übereinander liegenden Aluminiumplatten an. Durch die geometrischen Formen und die farbintensiven Arbeiten konnte man im Werk von Knoebel Ähnlichkeiten zu Piet Mondrian entdecken. Er ordnete die bunten Platten zu ungleichmäßigen und irregulären Gebilden an.

1968 arbeitete Imi Knoebel an dem raumgreifenden Werk Raum 19. Diese Arbeit wurde noch an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf angefertigt und war nach dem damaligen Unterrichtsraum benannt. Sie zeigte die Auseinandersetzung der Frage nach der Malerei im Raum.

In den frühen 1980er Jahren erweiterte Imi Knoebel sein Formenrepertoire mit Steinen, Wellblech, alten Fenstern, Rohren und vielen weiteren Materialien.

Nach dem Tod seines guten Freundes Imi Giese stellte Knoebel anhand einer Materialvielfalt das Werk Eigentum Himmelreich her. Durch freie Formen, Linien und Kuben setzte sich Knoebel mit dem Suizid seines Freundes auseinander.

Für Imi Knoebel war und ist jedes einzelne Bild und jede Plastik ein Teil eines Gesamtbildes. Im Jahr 2005 griff er sein Werk Raum 19 nochmals auf und erweiterte es. Dieses ist nur eines von vielen Werken, die Knoebel wieder fortsetzte und mit neuen farbintensiven Formen ergänzte.

Knoebel hatte neben zahlreichen Einzelausstellungen, unter anderem in Bonn 1983 und Hamburg 1992, an mehren Gruppenausstellungen wie der documenta 5, 6, 7, und 8 teilgenommen.

Im Jahr 2008 wurde Imi Knoebel beauftragt für die Kathedrale von Reims sechs neue Kirchenfenster zu schaffen. Drei Jahre später wurde das Projekt beendet. Für die Kirchenfenster nahm sich Knoebel seine Inspiration von seinen eigenen Werken, den sogenannten Messerschnitten. Die Fenster leuchten seit der Fertigstellung in den Farben Blau, Rot, Gelb und Weiß und setzen sich aus abstrakten und verschieden großen Glasflächen zusammen.

Unterteilt in zwei Akte wurden neuere Arbeiten unter dem Titel ICH NICHT präsentiert. Knoebel antwortete mit der Titulierung auf Barnett Newmans Frage Wer hat Angst vor Rot, Gelb, Blau? Knoebel setzte sich hierbei vertieft mit den Primärfarben auseinander. Der zweite Teil wurde unter dem Titel ENDUROS bekannt. Hier zeigte Knoebel ältere Arbeiten zwischen den Jahren 1968 und 2005. In dieser Ausstellung konnte man Knoebels vollständiges Oeuvre erkennen. 

 

Sammlungen

Deutschland

 

Liechtenstein

 

Österreich

 

USA

 

Ausstellungen

Aktuelle Ausstellungen

  • 21.11.15 – 23.01.16 Imi Knoebel – Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt a.M.

 

Vergangene Ausstellungen

Einzelausstellungen

  • 2015 Imi Knoebel - White Cube, London
  • 2011 Rosenkranz Kubus - Museum der Bildenden Künste, Leipzig
  • 2010 Der Deutsche - Giacomo Guidi Arte Contemporanea, Rom
  • 2009 Zu Hilfe, zu Hilfe - Neue Nationalgalerie, Berlin
  • 2009 Imi Knoebel - Mary Boone Gallery, New York
  • 2006 Primary Structures - Henry Moore Institute, Leeds
  • 2004 gegenwärtig - Kunsthalle, Hamburg
  • 2002 Linienbilder 1966-1968 - Kunstverein, Braunschweig
  • 2002 Pure Freude. Neue Bilder - Kestner-Gesellschaft, Hannover
  • 1997 Galerie Helga de Alvear, Madrid
  • 1997 Tag und Nacht & Bunt - Kunstmuseum, Luzern
  • 1997 Retrospektive - Instituto Valenciano de Arte Moderno, Valencia
  • 1996 Deutsche Bank, Wanderausstellung
  • 1996 Retrospektive - Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 1995 Works on Paper - Goethe Institut Gallery, London
  • 1993 Portraits - Kanransha Gallery, Tokyo
  • 1992 Menningebilder - Deichtorhallen, Hamburg
  • 1992 Rot-Weiß - Kunsthaus Lempertz, Brüssel
  • 1991 Grace Kelly - Galerie Achim Kubinski, Köln
  • 1991 Acht Portraits - Galerie Fahnemann, Berlin
  • 1990 Betoni - Primo Piano, Rom
  • 1989 Bonnefantenmuseum, Maastricht
  • 1989 daß die Geschichte zusammenbleibt - Barbara Gladstone Gallery, New York
  • 1988 Bilder - Galerie Rudolf Zwirner, Köln
  • 1987 Dia:Chelsea - Dia Art Foundation, New York
  • 1986 Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden
  • 1985 Imi Knoebel - Galerie Wilma Lock, St. Gallen
  • 1985 Van Krimpen tekeningen, Amsterdam
  • 1985 Habe und Ehre - Galerie nächst St. Stephan, Wien
  • 1984 Mediation - Kanransha Gallery, Tokio
  • 1984 Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach
  • 1983 Radio Beirut - Dia Art Foundation, Köln
  • 1983 Imi Knoebel - Städtisches Kunstmuseum, Bonn
  • 1982 Stedelijk Van Abbe-Museum, Eindhoven
  • 1982 Radio Beirut - Galerie Six Friedrich, München
  • 1981 Mennigebilder - Dia Art Foundation, Köln
  • 1980 Drachenzeichnungen - Galerie Heike Curtze, Düsseldorf
  • 1979 Rot Gelb Blau, 54 Messerschnitte - Galerie Heiner Friedrich, München
  • 1977 24 Farben/Für Blinky - Galerie Heiner Friedrich, Köln
  • 1975 Städtische Kunsthalle, Düsseldorf
  • 1974 Galerie Heiner Friedrich, Köln
  • 1972 Projektionen 4/1-11 5/1-11 - Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 1972 Projektion X - Video-Galerie Gerry Schum, Düsseldorf
  • 1971 Drachen - Galerie Heiner Friedrich, München
  • 1970 Projekte und Projektionen - art intermedia, Köln
  • 1969 Art & Project - Galerie René Block, Berlin
  • 1968 IMI + IMI - Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen

 

Gruppenausstellungen

  • 2014 Cologne Fine Art, Köln
  • 2010 Der Westen leuchtet - Kunstmuseum Bonn
  • 2007 Mehr als das Auge fassen kann - Wanderausstellung der Sammlung Deutsche Bank in Südamerika
  • 2005 EXIT. Ausstieg aus dem Bild - ZKM, Karlsruhe
  • 2000 Illuminations - Museet for Samtidkunst, Oslo
  • 1997 PRO LIDICE - Museum für Bildende Kunst, Prag
  • 1994 Das Jahrhundert des Multiples - Deichtorhallen, Hamburg
  • 1991 Metropolis - Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 1988 Zeitlos - Hamburger Bahnhof, Berlin
  • 1987 Beuys. Knoebel. Palermo - Dia Art Foundation, New York
  • 1987 documenta 8, Kassel
  • 1985 1945-1985 Kunst in der BRD - Nationalgalerie, Berlin
  • Beuys zu Ehren - Städtische Galerie im Lehnbachhaus, München
  • 1984 von hier aus - Messe, Düsseldorf
  • 1983 Borofsky, Chamberlain, Dahn, Knoebel - Städtische Kunsthalle, Düsseldorf
  • 1982 documenta 7, Kassel
  • 1981 Art Allemagne Aujourd’hui  - Musée d’Art Moderne, Paris
  • 1980 Kunst in Europa nach ’68 - Museum van Hedendaagse Kunst, Gent
  • 1979 Sammlung Ludwig, Wien
  • 1977 documenta 6, Kassel
  • 1974 Projekt 74 - Kunsthalle Köln
  • 1973 Prospekt 73 - Städtische Kunsthalle Düsseldorf
  • 1972 documenta 5, Kassel
  • 1971 Biennale de Jeunes, Musée d’Art Moderne, Paris
  • 1969 Düsseldorfer Szene - Kunstmuseum, Luzern
  • 1969 Blockade ’69 - Galerie René Block, Berlin

 

Auszeichnungen

  • 2012 Preis der Kythera-Kulturstiftung

 

Literatur

  • Imi Knoebel. Werke von 1966-2006, Ausstellungskatalog, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen am Rhein, Bielefeld 2007.
  • Imi Knoebel. Jena Bilder, Ausstellungskatalog, Friedrich Schiller Universität, Jena 2006.
  • Imi Knoebel. Das Unsystematische als Methode, Lena Maculan in: Parnass, 3, 2005, S. 130-132.
  • Imi Knoebel. 9 von 24 Farben – für Blinky, Ausstellungskatalog, Kunsthalle Weimar Harry Graf Kessler, Weimar 2005.
  • Imi Knoebel. Pure Freude, Ausstellungskatalog, Kestner-Gesellschaft Hannover, Hannover 2002.
  • Imi Knoebel. Imi gegen groben Schmutz, Ausstellungskatalog, Kunstverein Braunschweig, Braunschweig 2002.
  • Imi Knoebel, Ausstellungskatalog, Galerie Bärbel Grässlin Frankfurt a. M., Frankfurt a. M. 2001.
  • Imi Knoebel. Rot-Weiß, Ausstellungskatalog, Deutsche Bank, Luxemburg 1996. 

 

Weblinks

 

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