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Eckdaten

  • Geboren: 23. Januar 1970
  • Geburtsort: Tokio, Japan
  • Nationalität: Deutsch/ Japanisch
  • Ausbildung und Studium: Hochschule für bildende Künste Hamburg
  • Lehrer: Franz Erhard Walther
  • Ähnliche Künstler: Markus Oehlen, Dirk Skreber, Daniel Richter, Jörg Immendorff, Georg Baselitz
  • Epoche: Zeitgenössische Kunst
  • Medium: Bühnenbilder, Malerei, Video, Collage, Fotographie, Performance

Biographie

PRIVAT

Kindheit und Schulzeit

Jonathan Robin Meese wurde am 23. Januar 1970 in Tokio geboren. Er war das dritte Kind der Stuttgarterin Brigitte Renate Meese und des Walisers Reginald Selby Meese. Die ersten Jahre verbrachte die Familie in Japan. Seine Eltern trennten sich Mitte der 1970er Jahre. Daraufhin zog seine Mutter mit den Kindern zurück nach Hamburg. Sein Vater blieb bis zu seinem Tod 1988 in Tokio.

In der ersten Zeit hatte Meese zahlreiche Schwierigkeiten sich an seine neue Umgebung anzupassen. Er sprach Japanisch, jedoch kein Deutsch. Durch diese Sprachbarriere wurde er in seiner Schulzeit ein Außenseiter und Einzelgänger. 1989 machte er sein Abitur an der Stormarnschule im holsteinischen Ahrensburg. Begründet durch seine anfänglichen Schwierigkeiten war Meese ein Spätentwickler und hatte immer wieder Schwierigkeiten sich an seine Altersgruppe anzupassen.

Mit 22 Jahren entwickelte sich bei Meese das erste Interesse für Kunst. Er wünschte sich zu seinem Geburtstag Zeichenutensilien und begann seine ersten Arbeiten anzufertigen.

 

Studium

Meeses Mutter immatrikulierte ihren Sohn zunächst für Volkswirtschaftslehre, jedoch brach er das Studium ab. Zwischen 1995 und 1998 bewarb sich Meese an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und wurde angenommen. Dort fing er das Studium bei Franz Erhard Walther an, brach dieses aber frühzeitig ab. Der Künstler Daniel Richter unterstützte Meese und stellte den Kontakt zwischen den Galeristen Nicole Hackert und Bruno Brunnert von der Galerie Contemporary Fine Arts Berlin (CFA) her. Diese war jahrelang Unterstützer von Meese und Wegbereiter seines Erfolgs.

 

 

KÜNSTLERISCHES WERK

Motive und Themen

Jonathan Meese provoziert gerne und setzt sich mit untypischen Kunstthemen auseinander, die er auf verschiedenste Weise inszeniert. So sind häufig auch Themen wie die NS-Zeit Fokus seiner Kunst. Vor allem fallen diese Werke auf, da sie öfter Adolf Hitler zeigen, der einen Hitlergruß ausübt. Umstritten, provokant und radikal polarisiert Meese mit seinen Werken und ist international eine feste Größe der Gegenwartskunst. Meese fordert eine „Diktatur der Kunst“ mit radikalen und neuartigen Umsetzungen. Er arbeitete mit mehreren bekannten Künstlerpersönlichkeiten wie Jörg Immendorff, Albert Oehlen und Daniel Richter zusammen. Zahlreiche weitere Künstler konnten sich mit Meeses revolutionärer Kunst identifizieren.

 

Berlin Biennale 1998

1998 wurde Meese das erste Mal einem internationalen Publikum gezeigt. Er nahm mit der Installation Ahoi der Angst an der Berlin Biennale teil. Das Werk war eine großformatige Fotocollage. Durch die zahlreichen Medien konnte dieses international kommentiert und analysiert werden. Meese galt ab diesem Zeitpunkt als einer der radikalsten und exzentrischsten deutschen Künstler der Gegenwart. Zahlreiche Rauminstallationen und Performances des Künstlers folgten.

 

Meese als Bühnenbildner, Darsteller und Regisseur

Meese widmete sich auch der Theaterkunst, sowohl als Darsteller wie auch als Regisseur. Im Jahr 1998 beauftragten der Produzent Claus Boje und der Regisseur Leander Haußmann Meese die Kulisse für den Film Sonnenallee zu gestalten. In diesem spielte er sich selbst als verrückten Künstler. Mehrere Aufträge als Bühnenbildner folgten. Unter anderem entwarf er 2004 für die Inszenierung des Pitigrilli Romans Kokain von Frank Castorf das Bühnenbild. 2006 inszenierte Meese eine neue Version von Friedrich Nietzsches Zarathustra. Es war eine Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Martin Wuttke. Beide zeigten im Schlosspark von Neuhardenberg eine Art Schauspiel ohne Plan. Mit viel Improvisation erschufen sie eine neuartige Inszenierung, bei der jede Aufführung anders war als die Nächste.

 

Mama Johnny

In der Zeit zwischen dem 30. April und 03. September 2006 zeigte Meese seine Werkschau Mama Johnny in den Deichtorhallen in Hamburg. Diese Übersicht umfasste 150 Arbeiten und war seine erste umfangreiche Werkschau. Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Installationen gehörten zu seinen breit gefächerten Arbeiten. Der Fokus der Ausstellung lag auf der Black Box (8 x 20 x 40 Meter), in der nochmals die Inszenierung des Romans Kokain gezeigt wurde.

Neben der Black Box wurden noch weitere Großkunstwerke gezeigt, wie der fünf Meter hohe Maldororturm. Auch dieser beinhaltete Fotocollagen, Schriften und Videos zum Thema Staatstyrannei. Ein weiteres Werk war die drehbare Arbeit Parsifalkopf. Die Titulierung Mama Johnny, widmete Meese seiner Mutter Brigitte.

 

Erzstaat Atlantis

Im Jahr 2009 zeigte Meese eine Ausstellung zum Thema Atlantis. Diese trug den Titel Erzstaat Atlantis und wurde im Arp Museum Bahnhof Rolandseck gezeigt. Über 170 Plastiken, Skulpturen und Filme wurden dargestellt. Meeses Darstellungen von Atlantis wurden mit Joseph Beuys älteren Darstellungen in Kontext gestellt.

 

Sammlungen

Deutschland

 

USA

 

Ausstellungen

Aktuelle Ausstellungen

  • 09. Oktober 2015 – 20. März 2016 Kiasma - Museum of Contemporary Art, Helsinki
  • 13. November 2015 – 08. Januar 2016 Jonathan Meese - Galerie Krinzinger, Wien

 

Vergangene Ausstellungen

Einzelausstellungen

  • 2015 Parsifal de Large - Galerie Daniel Templon, Paris
  • 2014 Countdown Kunst - Höke Galerie, Düsseldorf
  • 2013 MALERMEESE. MEESEMALER - Museum der Moderne, Salzburg
  • 2012 Jonathan Meese. Totalste Graphik - Akademie der Bildenden Künste, Wien
  • 2011 TVLG_YARD - Tim van Laere Gallery, Antwerpen
  • 2010 Centro de Arte Contemporáneo, Málaga
  • 2009 Neue Arbeiten - Galerie Karlheinz Meyer, Karlsruhe
  • 2007 Napoleon - Galerie Daniel Blau, München
  • 2006 Jonathan Meese. Dr. Saint Just de Fort Knox - Galerie Daniel Templon, Paris
  • 2005 Dr. Dracula - Regina Gallery, Moskau
  • 2004 Das Bildnis des Dr. Fu Manchu - Contemporary Fine Arts, Berlin
  • 2003 The Empire Portraits 1903 - Modern Art, London
  • 2002 Revolution - Kestner-Gesellschaft, Hannover
  • 2001 Jonathan Meese - Leo Koenig Inc., New York
  • 2000 The Return of Doctor Cyclops - Paolo Curti & Co., Mailand
  • 1999 Schnitt bringt Schnitte - Ausstellungsraum Schnitte, Köln
  • 1999 Frontbibliothek Meese - Buchhandlung Walther König, Köln
  • 1998 De Räuber - Contemporary Fine Arts, Berlin
  • 1997 Schergentoni’s Old Wien - Kunstverein, Kehding

 

Gruppenausstellungen

  • 2015 49. Art Cologne, Köln
  • 2014 ARCO - 33. Kunstmesse Madrid
  • 2013 10. Art Karlruhe
  • 2013 Frieze Art Fair, New York
  • 2012 ARTANDPRESS - Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2011 45. Art Cologne, Köln
  • 2010 Corso. Werke der Sammlung Essl im Dialog - Essl Museum, Klosterneuburg/Wien
  • 2010 9. Art Basel, Miami Beach
  • 2009 SECHZIG JAHRE. SECHZIG WERKE. Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland - Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2008 Vertrautes Terrain. Aktuelle Kunst in und über Deutschland - ZKM, Karlsruhe
  • 2007 Daniel Richter und Jonathan Meese. Die Peitsche der Erinnerung - Kunstverein Rosenheim
  • 2006 25 Jahre Galerie Crone - Galerie Crone, Berlin
  • 2005 Tombola - Kasseler Kunstverein, Kassel
  • 2005 Über Schönheit - Haus der Kulturen der Welt, Berlin
  • 2005 (my private) HEROES - MARTa Herford, Herford
  • 2004 Rheingold III - Städtisches Museum Abteiberg
  • 2003 Frass - UBS Basement, London
  • 2003 actionbutton - Hamburger Bahnhof, Berlin
  • 2002 Private Mythen - Galerie Sabine Knust, München
  • 2001 Viel Spaß - Espace Paul Ricard, Paris
  • 1999 Collection 99 - Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig
  • 1998 1. Berlin Biennale im Postfuhramt Berlin
  • 1997 Glockenschreib nach Deutz - Daniel Buchholz, Köln

 

Bühnenbild

  • 2007 De Frau (Dr. Poundaddylein – Dr. Ezodysseusszeusuzur) - Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin (Regie: Jonathan Meese)
  • 2006 Die Meistersinger - Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin (Regie: Frank Castorf)
  • 2005 Magic Afternoon – Kampnagel, Hamburg; Sophiensaele, Berlin; Forum Freies Theater Juta, Düsseldorf (Regie: Angela Richter)
  • 2004 Kokain - Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin; Theaterfestival, Avignon; Salzburger Festspiele, Salzburg

 

Performances

  • 2006 Dr. No’s Return - Arario Gallery, Peking
  • 2006 Noel Coward id Back: Dr. Humpty-Dumpty vs. Frau No-Finger - Turbinen Halle, Tate Modern, London
  • 2005 REVOLUTIONSREDE des HUMUNGUS an die STAATSNATUR - im Rahmen der Ausstellung (my private) HEROES – MARTa Herford, Herford
  • 2005 Jonathan Meese ist Mutter Parzival - Staatsoper unter den Linden, Berlin
  • 1999 Der Stelenbunger Nahrung - Galerie Walcheturm, Zürich
  • 1998 GNIERZLNASI’S FUMMELLAND - Thalia Theater, Hamburg

 

Auszeichnungen

  • 2007 Berliner Bär, B.Z.-Kulturpreis, Berlin

 

Filme

  • Durch die Nacht mit Jessica Schwarz und Jonathan Meese, Hanna Leissner, Deutschland 2007.

 

Literatur

  • Jonathan Meese ‚Fräulein Atlantis’. Kunst als Performance. Ein Künstler zwischen Ablehnung und Bewunderung, Cornelia Nolte, München 2014.
  • Malermeese – Meesemaler, Ausstellungskatalog, Museum der Moderne Salzburg, Köln 2013.
  • Jonathan Meese. Totalste Graphik, Ausstellungskatalog, Akademie der Bildenden Künste Wien, Köln 2011.
  • Jonathan Meese. Dash Snow, Ausstellungkatalog, Contemporary Fine Arts, Berlin 2009.
  • Jonathan Meese. Totale Neutralität, Ausstellungskatalog, Kunstraum Innsbruck. Köln 2007.
  • 24h. Peter Hönnemann fotografiert Jonathan Meese, Ausstellungskatalog, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Heidelberg 2007. 

 

Weblinks

 

News