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Eckdaten

Karl Otto Götz zählt zu dem deutschen Wegweiser des „Deutschen Informel“. Als Lehrer und Mentor weltbekannter Künstler wie Gerhard Richter, Sigmar Polke und Joseph Beuys, hatte er entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Kunst nach 1945.

  • Geburtstag: 22. Februar 1914
  • Geburtsort: Aachen, Nordrhein-Westfalen
  • Nationalität: Deutsch
  • Studium: Werkkunstschule Aachen, Akademie der Bildenden Künste Dresden
  • Epoche: Klassische Moderne
  • Stilrichtung: Tachismus (Abstrakter Expressionismus), Deutsches Informel

Götz beschäftigte sich mit der abstrakten gegenstandslosen Malerei. Zentrum seiner Kunst war die Suche nach einem System breiter, übereinander liegender farbiger Schwünge, die eine Plastizität erzeugen. 

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Biographie

PRIVAT

Kindheit und Studium

Karl Otto Götz wurde am 22. Februar 1914 in Aachen geboren. Die Familie lebte zusammen in Aachen bis sein Vater im Ersten Weltkrieg eingezogen wurde. Zwischen 1920 und 1923 besuchte Götz die Volksschule, später dann die Hindenburgschule in Aachen. Durch verschiedene Mal- und Zeichenunterrichte bekam Götz schon früh eine Verbindung zur Kunst. Auf Wunsch des Vaters sollte Götz Textilingenieur werden, lehnte dies jedoch ab und besuchte ab 1932 die Kunstgewerbeschule in Aachen. Er fing an sich mit avantgardistischer Malerei auseinanderzusetzen und fertigte ab 1933 seine ersten abstrakten Bilder an. Durch die Nationalsozialisten wurde ihm in der Zeit zwischen 1935 und 1945 ein Mal- und Ausstellungsverbot erteilt. Götz malte jedoch heimlich weiter.

 

Militärdienst

Zwischen 1936 und 1938 wurde Götz für die Luftwaffe in Gütersloh rekrutiert. In dieser Zeit entstanden mehrere kleine abstrakte Filme und Fotos. 1939 war er in Dresden und wurde als Nachrichtenoffizier ausgebildet. Dort knüpfte Götz Kontakte zu Künstlern wie Otto Dix und Edmund Kesting. Ab 1941 wurde er in Norwegen stationiert um Telegrafenleitungen zu bauen. Während seiner Zeit in Norwegen hatte Götz regen Briefkontakt mit dem Maler Willi Baumeister. Nach der Kapitulation der Wehrmacht 1945 konnte Götz wieder zurück nach Dresden. Durch den Bombenangriff auf Dresden wurde seine Wohnung zerstört und so auch der Großteil seines Frühwerks. Während dieser Zeit war Götz mit Anneliese Brauckmeyer liiert, die er nach Ende des Krieges heiratete. Sie hatten gemeinsam eine Tochter und einen Sohn.

 

Nachkriegszeit

Götz und seine Familie lebten nach dem Krieg in Königsförde bei Hannover. Durch einen Freund hatte Götz die Möglichkeit 1947 mehrere seiner Arbeiten in Paris auszustellen. Als Vermittler zwischen der deutschen und französischen Kunstszene  kam Götz schnell zu hoher Bekanntheit. Auch die Künstlergruppe CoBrA, die zu den wichtigsten Künstlergruppen des Informel zählt, wurde auf ihn aufmerksam. Kurze Zeit später wurde er Mitglied. Es folgten mehrere Ausstellungen, wo er seine Temperabilder und Gouachen zeigte. 1951 löste sich die Gruppe um CoBrA auf.

 

Zeitschrift META

Ab 1948 war Götz Herausgeber der kleinen Zeitschrift META. Sie sollte helfen Zeitgenössische Kunst und Literatur einen Platz zu geben. Die erste Ausgabe hieß Metamorphose I und wurde später in die Abkürzung META umbenannt. Autoren und Künstler, wie z. B. Paul Celan und Hans Arp wurden mit Gedichten und anderen Texten beworben. 1953 wurde das Magazin META eingestellt.

 

Lehrtätigkeit und Wissenschaft

Nach einem Wohnortswechsel von Frankfurt am Main nach Düsseldorf, war Götz von 1959 bis 1979 Professor an der Staatlichen Kunstakademie. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Künstler wie Gerhard Richter, Gotthard Graubner, Sigmar Polke und Franz Erhard Walther. Götz war für den Werdegang seiner Schüler sehr bedeutend, so stimmte er beispielsweise für Joseph Beuys´ Zulassung an der Kunstakademie. Dieser widmete ihm als Anerkennung und Dank mehrere Zeichnungen. Eine andere Schülerin war Karin Martin, die unter dem Künstlernamen Rissa bekannt wurde. Die beiden verliebten sich ineinander und heirateten 1965. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Rissa, setzte Götz sich vermehrt mit wissenschaftlichen Themen, wie Persönlichkeits- und Wahrnehmungsforschungen auseinander. Sie machten Tests und experimentierten mit dem Rasterfilm Density 10:2:2:1.

 

 

 

Sammlungen

Deutschland

                                

England

 

Niederlande

 

USA

 

Ausstellungen        

Aktuelle Ausstellungen

27. November 2015 – 24. Januar 2016 Spur und Geste. Graphik des Informel – Kunsthalle Mannheim

 

Vergangene Ausstellungen

  • 2015 Formen der Abstraktion – Galerie Ludorff, Düsseldorf
  • 2014 Karl Otto Götz zum 100. Geburtstag – Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg; Museum Wiesbaden
  • 2014 Hommage à K.O. Götz – Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf
  • 2014 Zum 100. Geburtstag – DIE GALERIE, Frankfurt a.M.
  • 2014 48. Art Cologne, Köln
  • 2013 K.O. Götz. Werke 1947-2012 – Kunsthandel Wolfgang Werner, Berlin
  • 2013 44. Art Basel, Basel
  • 2012 4 Künstler. 4 Räume – Stiftung Wilhelm Lehmbruck, Duisburg
  • 2011 Schwerpunkt Informel – JANZEN Galerie, Düsseldorf
  • 2010 In Erwartung blitzschneller Wunder – Arp Museum Bahnhof Rolandeck, Remagen
  • 2009 SECHZIG JAHRE. SECHZIG WERKE. Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland, Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2008 Karl Otto Götz – Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
  • 2007 Götz-Thieler-Westpfahl. Gestus und Lyrik im Informel – Galerie Maulberger, München
  • 2006 Retrospektive – Akademie-Galerie, Die Neue Sammlung, Düsseldorf
  • 2004 Hommage à Karl Otto Götz zum 90. Geburtstag – Kunstsammlung Chemnitz
  • 2002 50 Jahre Frankfurter Quadriga – Galerie Prestel, Frankfurt a.M.
  • 1999 Informel. Malerei und Skulpturen – Galerie Marianne Hennemann, Bad Homburg
  • 1998 CoBrA – Kunsthaus Wien
  • 1996 Quadriga – Frankfurter Sparkasse, Frankfurt a.M.
  • 1994 K.O. Götz. Malerei 1935-1993 – Albertinum Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden
  • 1992 Neue Arbeiten – Galerie Hennemann, Bonn
  • 1990 Retrospektive – Karl&Faber, München
  • 1988 Begegnung mit Karl Otto Götz – Sammlung Kemp, Düsseldorf
  • 1984 K.O. Götz. Monotypien, Gemälde, Gouachen – Städtische Kunsthalle, Düsseldorf; Saarland Museum, Saarbrücken
  • 1981 Gouachen 1952-1962 – Kunsthandlung Fuchs, Düsseldorf
  • 1978 Arbeiten der 50er und 70er Jahre – Galerie Hennemann, Bonn
  • 1972 Quadriga 1952-1972 – Frankfurter Kunstverein, Frankfurt
  • 1968 Biennale di Venezia 34., Venedig
  • 1961 Interferenzen – Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden; Städtisches Museum, Wiesbaden
  • 1958 Biennale di Venezia 29., Venedig
  • 1956 Paintings, Drawings, Lithographs & Monotypes – Galerie Zoe Dusanne, Seattle
  • 1953 Quadriga – Zimmergalerie Franck, Frankfurt
  • 1948 Der Ruf. Dresdener Maler und auswärtige Gäste – Staatliche Kunstsammlungen, Dresden
  • 1946 K.O. Götz – Studio Rasch, Wuppertal

 

Auszeichnungen

  • 2010 Ehrendoktorwürde der Kunstakademie Münster
  • 2009 Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz
  • 2007 Bundesverdienstkreuz erster Klasse
  • 2004 Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf
  • 2002 Binding-Kulturpreis Frankfurt a.M.
  • 2000 Goldener Ehrenring der Stadt Aachen
  • 1997 Ehrenmitglied der Kunstakademie Münster
  • 1996 Staatspreis für Malerei des Landes Rheinland-Pfalz
  • 1989 Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 1962 Premio Marzotto, Preis für Europäische Malerei, Mailand
  • 1955 Westfälischer Kritikerpreis
  • 1948 Kunstpreis Junger Westen der Stadt Recklinghausen

 

Filme

  • K.O. Götz. Sichtbar hörbar. Malerei hören, Musik sehen, Karl Otto Götz, Orlando 2005.
  • 2x Informel. Ein Doppelportrait Karl Otto Götz und Bernard Schultze, Ludwig Metzger, Deutschland 2002, ’88.
  • K.O. Götz. Maler des Informel, Christel Körner, Deutschland 1989, ’45.

  

Literatur

  • K.O. Götz, Ausstellungskatalog, Neue Nationalgalerie Berlin, Köln 2014.
  • Götz zum 100. Geburtstag, Ausstellungskatalog Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz, Heidelberg 2014.
  • Karl Otto Götz, Ausstellungskatalog, Die Galerie Frankfurt a.M., Frankfurt a.M. 2014.                                 
  • K.O. Götz. Zum 100. Geburtstag, Ausstellungskatalog, Kunstsammlungen Chemnitz, Dresden 2014.
  • Karl Otto Götz. In Erwartung blitzschneller Wunder, Ausstellungskatalog, Arp-Museum Bahnhof Rolandeck, Bielefeld 2010.
  • Quadriga. Die Auflösung des klassischen Formenprinzips, Ausstellungskatalog, Galerie Maulberger München, München 2010.
  • Entfesselte Form. Fünfzig Jahre Frankfurter Quadriga, Ausstellungskatalog, Städel Museum Frankfurt a.M., Frankfurt a.M./Basel 2002.               
  • Karl Otto Götz im Gespräch. ‚Abstrakt ist schöner!’, Michael Klant/Christoph Zuschlag, Stuttgart 1994.
  • Karl Otto Götz. Retrospektive, Ausstellungskatalog, Karl&Faber München, München 1990. 

 

Eigene Schriften            

  • Karl Otto Götz: Trillermesse. Gedichte 2000-2013, Alsdorf 2013.
  • Karl Otto Götz: Antiformalismus. Ein falscher Begriff in Bezug auf das Informel, Wolfenacker 2010.
  • Karl Otto Götz: Lichtrudel. Gedichte 2004, Alsdorf 2004.
  • Karl Otto Götz: Ely, Alsdorf 2003.
  • Karl Otto Götz: Spuren der Maler. Lyrische Texte, Aachen 2000.
  • Karl Otto Götz: Fakturenfibel, Bonn 1995.
  • Karl Otto Götz: Erinnerungen (mehrere Teile), Aachen 1993/94/95/96.
  • Karl Otto Götz: Visual Aesthetic Sensitivity Test, Düsseldorf 1981.
  • Karl Otto Götz: Wie ich male – Was das ist, Frankfurt a. M. 1963.

 

Weblinks

 

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