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Eckdaten

  • Geboren: 9. Februar 1932
  • Geburtsort: Dresden, Sachsen
  • Nationalität: Deutsch
  • Ausbildung und Studium: Hochschule für Bildende Künste Dresden, Kunstakademie Düsseldorf
  • Lehrer: Ferdinand Macketanz, Karl Otto Götz
  • Ähnliche Künstler: Sigmar Polke, Georg Baselitz, Jörg Immendorff, Joseph Beuys, Eberhard Havekost
  • Epoche: Zeitgenössische Kunst
  • Stilrichtung: Abstrakte Malerei, Fotorealistische Malerei

Gerhard Richter Kunst kaufen

Gerhard Richter Flow P16 Faksimile Edition
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Preis: 17.500 €
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Gerhard Richter Tulips P17 Giclee Druck
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Preis: 5.900 €
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Gerhard Richter P1 Abstraktes Bild Faksimile Edition
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Preis: 29.000 €
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Gerhard Richter P2 Haggadah Faksimile Edition
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Preis: 29.000 €
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Gerhard Richter P3 Blumenstrauß Faksimile Edition
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Preis: 12.900 €
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Gerhard Richter P8 Ifrit Faksimile Edition
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Preis: 5.900 €
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Gerhard Richter P9 Bagdad Faksimile Edition
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Preis: 6.900 €
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Gerhard Richter P10 Bagdad Faksimile Edition
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Preis: 6.900 €
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Gerhard Richter P18 Waldhaus Faksimile Edition
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Preis: 18.000 €
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Gerhard Richter Flow P15 Faksimile Edition
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Preis: 17.500 €
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Gerhard Richter Zaun Edition Fotografie
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Preis: 7.900 €
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Gerhard Richter Preise

Künstler: Titel: Art: Format: Auflage: Handsigniert: Nummeriert: Datum: Preis:
Gerhard Richter P1 Abstraktes Bild Faksimile Edition 126 x 92 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 29.000 Euro
Gerhard Richter P2 Haggadah Faksimile Edition 100 x 100 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 29.000 Euro
Gerhard Richter P3 Blumenstrauß Faksimile Edition 36 x 41 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 12.900 Euro
Gerhard Richter P4 Flow Faksimile Edition 45 x 45 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P5 Flow Faksimile Edition 45 x 45 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P6 Flow Faksimile Edition 45 x 45 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P7 Flow Faksimile Edition 45 x 45 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P8 Ifrit Faksimile Edition 44 x 33 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P9 Bagdad Faksimile Edition 40 x 50 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P10 Bagdad Faksimile Edition 40 x 50 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P11 Aladin Faksimile Edition 50 x 37 cm  500 Exemplare nein ja  28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P13 Fence Faksimile Edition 25.5 x 37 cm 500 Exemplare nein ja 28.05.2019 4.900 Euro
Gerhard Richter P15 Flow Faksimile Edition 200 x 100 cm 500 Exemplare + 2 AP nein ja 28.05.2019 17.500 Euro
Gerhard Richter P16 Flow Faksimile Edition 200 x 100 cm 500 Exemplare + 2 AP nein ja 28.05.2019 17.500 Euro
Gerhard Richter P17 Tulips Faksimile Edition 36 x 41 cm 500 Exemplare + 2 AP nein ja 28.05.2019 5.900 Euro
Gerhard Richter P18 Waldhaus Faksimile Edition 98 x 142 cm 200 Exemplare + 2 AP nein ja 28.05.2019 18.000 Euro
Gerhard Richter Zaun Fotografie 20 x 15 cm 100 Exemplare ja ja 28.05.2019 7.900 Euro
Gerhard Richter Ulrike Meinhof Fotografie 51 x 50 cm 120 Exemplare + 15 AP ja ja 28.05.2019 9.900 Euro

Gerhard Richter kaufen

Sie interessieren sich für Originale und Editionen des Malers und möchten Kunst von Gerhard Richter kaufen? Unter Gerhard Richter Bilder und Werke finden sie in eine Auswahl an Faksimile Editionen, Originalen, Fotografien und Drucken des Künstlers.

 

Gerhard Richter Editionen und Drucke

Aktuell können wir Ihnen neben zwei handsignierten und nummerierten Fotografie-Editionen von Gerhard Richter eine weitere exklusive Auswahl an Faksimile Editionen und Drucken zum Kauf anbieten, die ab 2014 in Zusammenarbeit mit HENI Productions entstanden sind. Ziel der Kooperation zwischen Gerhard Richter und HENI Productions war es, hochwertige Faksimiles von Gerhard Richter Werken herzustellen. Diese Werke sind in der Regel nicht handsigniert und stellen einen eigenständigen Teil in Richters Werk dar. Sie werden auf der Gerhard Richter Webseite als - Prints - geführt und wurden unter der Leitung und mit Genehmigung des Künstlers erstellt. Diese limitierten und nummerierten Editionen haben eine Auflage von jeweils 500 Exemplaren und sind rückseitig mit einem Label zu den Details des Werks, der jeweiligen Exemplarnummer und dem Stempel des Verlegers versehen.

 

Fotorealistische Faksimile Editionen von Gerhard Richter

Seit den 1960er Jahren nutzt Gerhard Richter fotografische Vorbilder für seine Bilder und Werke. Diesen fotorealistischen Arbeiten verlieh Richter durch das Überziehen mithilfe eines trockenen Pinsels über die noch frische Leinwand, die für sie charakteristische Unschärfe. Der Künstler stellt damit nicht nur den Wahrheitsgehalt seiner eigenen Bilder infrage, sondern schärft zudem die Wahrnehmung des Betrachters.

Unter unserer Auswahl an Gerhard Richter Werken befindet sich die Edition Tulips P17 welche eben diese charakteristische Unschärfe des Motivs aufweist. Bei dem 36 x 41 cm großen Giclée Druck handelt es sich um ein Blumenstillleben. Zu sehen ist ein Strauß blühender gelber Tulpen, der in einer transparenten Glasvase steht und mit seiner Silhouette einen dunklen Schatten hinter sich wirft. Der Blick auf Gerhard Richters Blatt 618 seines ,,Atlas’’ bezeugt, dass dem Künstler eine selbst aufgenommene Fotografie als Vorlage gedient haben muss.

Neben Blumenstillleben sind auch Landschaften Gegenstand seiner figurativ-realistischen Arbeiten. In der Gerhard Richters Faksimile Edition Fence von 2015, die wir ihnen aktuell zum Kauf anbieten können, zeigt der Künstler den Ausschnitt einer Straße mit der Darstellung eines blau-grauen Zaunes, der zu zwei Drittel abgedeckt ist und hinter dem sich ein dichter Bewuchs aus hohen Bäumen befindet. Das Bild, das nach einem Ölgemälde entstand und Richters fotografischen Stil imitiert, stellt den Zaun dar, der sich vor dem Atelier des Malers befindet.

Ebenfalls zu den fotorealistischen Faksimile Editionen kann das Werk P18 Waldhaus gezählt werden. Diese neuste Gerhard Richter Edition aus dem Hause HENI Productions hat das Format von 98 x 142 cm. Das große Werk zeigt die Aussicht auf eine dunkelgrüne Waldlandschaft. Auf der Horizontlinie im Hintergrund erstreckt sich waagerecht ein hügeliges Gebirge. Erst auf den zweiten Blick erkennt man am rechten Bildrand zwischen dem dichten Tannenbewuchs ein Haus mit weißer Fassade. Das Bild ist dabei jedoch so angeschnitten, dass man nur noch einen kleinen Teil des Gebäudes sehen kann. Vorlage für Richters Edition war ein Ölgemälde von 2004 mit der Werkverzeichnisnummer 890-1.

 

Abstrakte Faksimile Editionen von Gerhard Richter

Einen weiteren Großteil des Richterischen Ouevres machen seine abstrakten Bilder und Werke aus. Bei ihrer Entstehung setzt sich der Maler mit Materialität und Eigenwirkung von Farbe, sowie der Einbeziehung des Zufalls während des künstlerischen Schaffensprozesses auseinander.

Deutlich wird dies in P2 HaggadahP1 Abstraktes BildP3 Blumenstrauß, bei denen es sich um acrylglasversiegelte digitale Farbfotoabzüge handelt, die auf eine Aluminiumplatte aufgezogen sind und die zu den ersten Faksimile Editionen zählen die entstanden sind. Diese limitierten Editionen weisen die für Richter charakteristische Rakeltechnik auf, in denen der Künstler den Zufall bewusst als Teil der Gestaltungsmacht einsetzt. In der Zusammenarbeit mit HENI Productions entstanden daneben auch die Giclée-Drucke P9 BagdadP10 BagdadP8 Ifrit und P11 Aladin, die sie in unserer Onlinegalerie kaufen können.

 

 Gerhard Richter Flow

Neben den bereits genannten Editionen können wir die großformatigen repräsentativen Werke Flow P15 und Flow P16 in einem Format von 200 x 100 cm anbieten. Auch die kleinformatigeren Auflageobjekte P7 Flow und P5 Flow finden sie in unserem aktuellen Programm an Gerhard Richter Faksimile Editionen. Die Werke Gerhard Richters zeigen eine große Palette unterschiedlicher intensiver Farben, die wie in Bewegung ineinander und übereinander zu laufen scheinen.

In der Flow-Serie hält der Künstler einen Moment seines Schaffensprozesses fest, indem er eine Glasscheibe direkt auf eine Pfütze aus frisch gegossener Emaillefarbe auflegt und diese anschließend auf eine Aludibond Platte anbringt. So versucht der Künstler die fließende Taktilität des Mediums der Farbe festzuhalten.

 

Gerhard Richter Fotografie

Neben den Faksimilie Editionen haben Sie die Möglichkeit zwei Gerhard Richter Originale in Form von Fotografie - Editionen in unserem Kunstshop zu kaufen.

Zum einen, die in einer niedrigen Auflage von 120 Exemplaren + 15 AP (Artist Prints) herausgegebene Gerhard Richter Fotografie Ulrike Meinhofdie eine Blattgröße von 51 × 50 cm besitzt. Herausgegeben wurde diese 2015 anlässlich der 100. Ausgabe des Kunstmagazins Texte zur Kunst. Es zeigt das Porträt der RAF-Mitbegründerin Ulrike Meinhof. Vor dem schwarzen Hintergrund wird die Journalistin wie in einem Schauspielerporträt inszeniert und ist dabei dem Betrachter konfrontativ zugewandt. Richter stellt hier mit seinem ,,Jugendbildnis’’ des umstrittenen RAF-Zykluses (1988) eine Fotografie gegenüber, die auf einer Aufnahme der Fotografin Inge-Marie Peters von 1966 basiert und die Richter damals im Hamburger Pressearchiv fand und Vorlage für sein Ölgemälde wurde. Die Wiederaufnahme des Motivs soll einen unverstellteren Blick auf dieses Stück deutsche Geschichte zulassen. ,,Es wird zur zeitlichen Klammer um das Gemälde, ihm vorangehend, ihm nachfolgend, ihm gleichgestellt’’, erklärt der Herausgeber. Die von uns angebotene Fotografie ist auf der Rückseite handsigniert und nummeriert und wurde von Inge-Marie Peters ko-signiert.

Als weitere Gerhard Richter Fotografie finden sie in unserer Online Galerie die Richter Edition Zaun, welche ebenfalls in einer geringen Auflage von 100 Exemplaren im Jahr 2010 von der Edition Staeck herausgegeben wurde. Die 15 x 20 cm große Farbfotografie zeigt einen Waldweg, der von einem Metallzaun mit Maschendraht von dem dahinterliegenden Waldstück begrenzt wird. Die angebotene Arbeit wurde von Gerhard Richter auf dem Motiv handsigniert und nummeriert. Vorlage dieser Edition ist eine private Aufnahme des Künstlers.

 

Originale und weitere Werke von Gerhard Richter

Aktuell können wir ihnen die Auswahl der zuvor beschriebenen Originale und Editionen zum Kauf anbieten. Sollten sie Interesse an weiteren Werken von Gerhard Richter haben, zögern sie nicht uns zu schreiben. Wir recherchieren für sie gerne nach weiteren Werken des deutschen Malers.



Gerhard Richter verkaufen

Sie sind im Besitz von Gerhard Richter Originalen und spielen mit dem Gedanken sich von Werken zu trennen? Wir bieten Sammlern, Händlern und Galerien die Möglichkeit, Werke die sie verkaufen möchten mit über unsere Online Galerie zu verkaufen. Interessant sind handsignierte und nummerierte Gerhard Richter Editionen, Originalgrafiken oder Unikate in möglichst gutem Zustand und mit Herkunftsnachweisen oder vorhandenen Kaufbelegen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wir helfen bei einem möglichen Gerhard Richter Verkauf gerne weiter.

 

Gerhard Richter Biografie

Kindheit & Jugend

Gerhard Richter kommt am 9. Februar 1932 als Kind von Horst und Hildegard Richter in Dresden zur Welt. Schon früh interessierte er sich für Kunst und begann mit 15 Jahren regelmäßig zu malen und zu zeichnen. Während er Ende der 1940er Jahre die Zittauer Handelsschule besucht, belegt er einen Kurs in Malerei an der Abendschule. Mit seinem Abschluss der mittleren Reife verlässt der junge Richter schließlich Waltersdorf, um in Zittau eine Ausbildungsstelle in einem Malereibetrieb anzunehmen, die für das DDR-Regime Polittransparente anfertigte. Nachdem sich Richter jedoch weigerte das Treppenhaus eines Theaters zu streichen, wird er entlassen.

 

Richters Dresdner Zeit an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden

1950 bewirbt sich Gerhard Richter zum ersten Mal an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Nachdem er jedoch abgewiesen wurde, folgte er dem Rat der Prüfer und nahm daraufhin eine Stelle als Maler bei dem staatseigenen Betrieb der Dewag (Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft) an, um seine Chance auf eine Zulassung an der Akademie zu erhöhen. Er bewirbt sich erneut und darf 1951 sein Studium der Malerei in Dresden beginnen. „Es war eine sehr altmodische, akademische Schule, wo man das Zeichnen nach Gipsabgüssen und Aktmodellen lernte“, erinnert sich der Maler zurück. Als Schüler von Karl von Appen und Heinz Lohmar studierte Richter in Dresden bis 1955. Seine Diplomarbeit war ein Wandgemälde mit dem Titel ,,Lebensfreude’’, welches er für das Dresdner Hygienemuseum schuf. In den darauffolgenden Jahren arbeitete Richter an der Akademie als Meisterschüler und fertigte neben Staatsaufträgen der DDR auch weitere Aufträge für Wandmalereien.

 

Flucht aus der DDR & Neubeginn in Düsseldorf

Während Richters Leben und Studium von dem SED-Staat maßgeblich geprägt und beeinflusst war, suchte er nach einer für ihn vertretbaren künstlerischen Position innerhalb der sozialistischen Kunstdoktrin. Besonders prägend für den Künstler soll eine Reise nach Westdeutschland 1959 gewesen sein. Hier besuchte er die documenta II in Kassel und war beeindruckt von den Werken internationaler zeitgenössischer Künstler.

Nach langen Überlegungen entschließt sich der junge Richter dazu ,,Republikflucht“ zu begehen. Am 30. März 1961, kurz vor dem Bau der Mauer, konnte er zusammen mit seiner Ehefrau Marianne (genannt Ema) nach Westdeutschland fliehen. Nur wenige Bilder aus Richters Dresdner Zeit sind heute noch erhalten. Entweder zerstörte er vor seiner Abreise viele seiner Werke selbst, oder ließ sie zurück.

Nach der Flucht lassen sich Gerhard Richter und seine Frau in Düsseldorf nieder, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Ab 1961 setzt der Maler sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf fort, die für ihn eine wichtige Phase des künstlerischen Experimentierens darstellen sollte. Als Schüler von Ferdinand Macketanz und Karl Otto Götz lernte er in dieser Zeit Sigmar Polke, Blinky Palermo sowie Konrad Fischer kennen mit denen er einige Ausstellungen zusammen veranstaltete. Darunter die Gruppenausstellung von 1963 mit dem Titel ,,Leben mit Pop – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus“, die in einem leeren Ladenlokal in der Altstadt von Düsseldorf stattfand.

In den 1960er Jahren setzt sich Gerhard Richter zunehmend mit Fotografie und Malerei sowie ihrem Verhältnis zueinander auseinander. Es ist das aktuelle Zeitgeschehen, die Populärkultur, sowie die Medien und die Konsumgesellschaft, die den Künstler vordergründig interessieren. Er beginnt zudem mit Unschärfetechniken zu experimentieren. Es enstehen unter anderem die Arbeiten ,,Tisch“ (WVZ: 1), ,,Faltbarer Trockner“ (WVZ: 4), oder ,,Party“ (WVZ: 2-1).

 

1960er Jahre

Nachdem Richter sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf abschloss, war er einige Zeit als Kunsterzieher tätig. In den 1960er Jahren konnte sich der Maler jedoch zunehmend in der Galerien- und Kunstwelt als Maler etablieren. Im September 1964 findet Richters erste Einzelausstellung unter dem Galeristen Alfred Schmela in Düsseldorf statt. Erste renommierte Sammler erkannten das Talent des Newcomers und erwarben frühe Werke.

Das Jahr 1966 wird in der Richterschen Karriere als Schlüsseljahr betrachtet. Nach erfolgreichen nationalen und internationalen Ausstellungen entsteht Richters wohl bekanntestes Gemälde ,,Ema (Akt auf einer Treppe)“ (WVZ: 134).

Als radikaler Schnitt und überraschendes Element findet nun auch die geometrische Abstraktion Eingang in Richters Werk. In seinen ,,Farbtafeln“, die Richter noch der Pop Art zuordnete und bis in die 1970er Jahre fortführte, setzte sich der Maler mit Farben und ihren tonalen Abstufungen auseinander. In seinen Stadt- und Gebirgsbildern der späten 1960er Jahre widmete sich der Maler erstmals dem Landschaftssujet.

 

1970er Jahre

Während sich Gerhard Richter in den 1960er Jahren endgültig erfolgreich als Künstler etablieren konnte, beginnt das darauf folgende Jahrzehnt mit einer Reihe an ,,Grauen Bildern“, in denen er die Grenzen der malerischen Darstellung kritisch in Frage stellt. Daneben entstehen weitere abstrakte Arbeiten, die einen Großteil seines Werks ausmachen. Neben den ,,Farbtafeln“ entstehen braune oder rot-gelbe Vermalungen. Daneben schuf der Künstler mit seinen ,,48 Portraits“ einen der bedeutendsten Werkzyklen seiner Zeit, die er für die Venedig Biennale 1972 realisierte. Dieser belegt, wie Gerhard Richter stetig die Malerei als Medium hinterfragt und dabei versucht seine figurative Malerei zu entlarven.

1976 geriet der Maler in eine ,,künstlerische Sackgasse“, die vor allem in dem tragischen Tod seine Künstlerfreundes Blinky Palermo begründet liegt. Es war wohl seine Hinwendung zu dem neuen Medium der Skulptur, die ihm aus dieser Stagnation lösen sollte.

Ende der 1970er Jahre nahm Richter im Sommersemester eine Gastprofessur am Nova Scotia College of Art and Design in Halifax (Kanada) an und trat damit in die Fußstapfen von Benjamin Buchloh und Kasper König. In dieser Zeit fotografierte er viel und beschäftigte sich vorwiegend mit visuellen Phänomenen. 1979 folgt die Trennung von seiner Frau Ema.

 

1980er Jahre

Die Ausstellung ,,A New Spirit in Painting“, die in der Londoner Royal Academy stattfand, ist nur eines von vielen erfolgreichen Projekten mit denen Richter das neue Jahrzehnt beginnt.

1982 heiratet Richter die Bildhauerin Isa Genzken, die er bereits einige Jahre zuvor als Studentin in Düsseldorf kennenlernte. Nur ein Jahr später folgt der Umzug nach Köln. Zeitgleich zu seinen abstrakten Arbeiten beginnt er Anfang der 1980er Jahre mit den Darstellungen von fotorealistischen Kerzen und Schädeln, welche heute zu den populärsten Motiven des Malers zählen. Auch die Landschaft ist ein wiederkehrendes Sujet in Richters Fotobildern der 1980er Jahre, wie seine ,,Eisberg-Bilder“ (WZ: 496/1-2) bezeugen können.

Als bedeutendstes Werk der 1980er Jahre wird ohne Frage Richters 15-teiliger Bilderzyklus über die RAF-Mitglieder mit dem Titel ,,18. Oktober 1977“ (WVZ: 667–674) gezählt. Früher wie heute eines seiner umstrittensten Arbeiten, die dem Künstler auch international große Aufmerksamkeit schenkten.

 

1990er Jahre

Während sich Gerhard Richter einen festen Platz in der internationalen Kunstszene sicherte, stieg seine Anerkennung auch in den 1990er Jahren stetig an. So wurden ihm umfassende Retrospektiven in Paris, Bonn, Madrid und Stockholm gewidmet.

1993 entsteht sein bekanntes Ölgemälde ,,Betty“ (WVZ: 663-5), dass er nach einem Schnappschuss der Rückenansicht seiner gleichnamigen Tochter aus der Ehe mit Ema malte. Neben seiner fotorealistischen Malerei entstehen aber nach wie vor eine Vielzahl an abstrakten Arbeiten. Wie seine Rot-Blau-Gelb-Arbeiten (WVZ: 327–339) bereits erahnen ließen, arbeitete der Maler auf eine Zusammenführung von vertikalen und horizontale Streifen, beziehungsweise Rastern, hinaus, die sich im Bild als mehrere Ebenen überlagern.

Auch in seinen privatem Leben kam es zu Umwälzungen. Nachdem Richter seine Lehrtätigkeit an der Düsseldorfer Kunstakademie beendete, schied er sich von seiner zweiten Ehefrau Isa Genzken. 1995 folgt die Hochzeit mit der Künstlerin Sabine Moritz, mit der er drei Kinder bekam. 1996 bezog er sein Atelier am Kölner Stadtrand, in dem er auch heute noch arbeitet. 

Zunehmend finden auch die übermalten Fotografien mehr Beachtung im Richterischen Oeuvre. Die Werkreihen ,,Sils-Maria“ oder ,,Firenze“ erlauben es dem Künstler die Bildsprache der Abstraktion mit der der Fotografie und Figuration auf charakteristische Weise neu zu verhandeln.

 

2000er Jahre bis heute

Nach der Jahrtausendwende sind es vor allem Themen wie Transparenz, Reflexion und Opazität, mit denen sich der gebürtige Dresdner in Form von skulpturalen Glasarbeiten, wie den ,,7 stehende Scheiben“ (WVZ: 879-1) auseinandersetzt.

Bekräftigt wird Richters Stellung als Maler in der internationalen Kunstwelt mit der von Robert Storr kuratierten umfassenden Retrospektive ,,Forty Years of Painting“, die 2002 im MoMA in New York stattfand.

Zudem entstehen in den 2000er Jahren weitere bedeutende Bildzyklen wie ,,Silikat“ (WVZ: 885/1-4) oder ,,Cage“ (WVZ: 897/1-6). Auch mit dem Werk ,,September“ (WVZ: 891-5), in welchem er sich mit den Anschlägen des 11. September 2001 in New York befasst, nimmt der Künstler auf aktuelles Zeitgeschehen Bezug.

Ein weiteres großes Projekt war die Gestaltung des Kölner Domfensters im Jahr 2006. Dieses Buntglasfenster besteht aus rund 11.000 Quadraten aus mundgeblasenem Echt-Antik-Glas in 72 unterschiedlichen Farben. Vorbild und Motiv hierfür waren seine Farbtafeln der 1960er und 1970er Jahre. 

Auch weiterhin beschäftigt sich der Maler mit der Materialität der Farbe und der Erforschung von Abstraktion. In seinen Bildserien ,,Sindbad" (WVZ: 905), ,,Aladin" (WVZ: 913, 915), oder ,,Abdallah" (WVZ: 917), versucht er den flüchtigen visuellen Eindruck zu fixieren.

Zu seinen neuesten Arbeiten zählen seine sogenannten ,,Strip“-Bilder, die er 2011 als Digitaldrucke fertigte. Diese Werke bestehen aus tausenden dünnen bunten Längsstreifen, die sich über monumentale Bildträger in unterschiedlicher Stärke ziehen. Dabei ist es interessant, dass Richter diese Arbeiten als Gemälde bezeichnet, obwohl sie computergeneriert sind. Dennoch vermitteln diese Werke für den Maler eine Vorstellung, was Gemälde in einem digitalen Zeitalter sein können.

Trotz seines heute hohen Alters scheint Richters Innovationskraft und Produktivität nicht zu schwinden. Auch heute steht der Künstler produktiv im künstlerischen Dialog zu seiner Umwelt.

Sammlungen

Deutschland

 

Frankreich

 

Japan

 

Spanien

 

USA

 

Ausstellungen

  • 24.05.2019 – 12.01.2020 Artistic License: Six Takes on the Guggenheim CollectionSolomon R. Guggenheim Museum, New York.
  • 24.05.2019 – 09.09.2019 Gerhard Richter. Itsas Paisaiak – Guggenheim Museum Bilbao.
  • 20.04.2019 – 01.06. 2019 Gerhard Richter. “PATH” – Wako Works of Art , Tokio.
  • 12.04.2019 – 11.08.2019 Baselitz - Richter - Polke - Kiefer. Die jungen Jahre der Alten Meister – Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart.
  • 09.04.2019 – 08.06.2019 Gerhard Richter. Overpainted Photographs – Gagosian Gallery, London.
  • 06.04.2019 Reich Richter Pärt – The Shed, New York.

 

Auszeichnungen

  • 2018: Europäischer Kulturpreis Taurus für sein Lebenswerk, Dresden.
  • 2004: Katholischer Kunstpreis, Köln.
  • 1998: Wexner-Preis, Columbus, OH.
  • 1997: Goldener Löwe der Biennale, Venedig.
  • 1994/5: Wolf-Preis für Malerei / Skulptur, Jerusalem.
  • 1988: Kaiserring, Goslar.
  • 1985: Oskar Kokoschka Preis, Wien.

 

Filme

  • Gerhard Richter Painting, Dokumentarfilm von Corinna Belz, 97 min, Deutschland 2011.

 

Literatur

  • Wo Es war. Vier Briefe an Gerhard Richter, Georges Didi-Huberman, Köln 2018.
  • Gerhard Richter, Michael Gauthier, Paris 2018.
  • The Truth is Always Grey. A History of Modernist Painting, Frances Guerin, Minneapolis 2018.
  • Gerhard Richter. Unikate in Serie, Hubertus Butin, Köln 2017.
  • Gerhard Richter. Katalog Raisonne. Volume 2: 1968 – 1976, Dietmar Elger, Berlin 2017.
  • Gerhard Richters Birkenau-Gemälde. Amnesia und Anamnese, Benjamin H. D. Buchloh, Köln 2016.
  • Theorie der Form. Gerhard Richter und die Kunst des pragmatischen Zeitalters, Florian Klinger, München 2013.
  • Gerhard Richter. Landschaften, hrsg. von Dietmar Elger, Stuttgart 2011.
  • Ein Maler aus Deutschland: Gerhard Richter: Das Drama einer Familie, Jürgen Schreiber, München / Zürich 2005.

 

Eigene Schriften

  • Gerhard Richter: 40 Tage, Gerhard Richter, London 2017.
  • Birkenau. 93 Details aus meinem Bild „Birkenau“, Gerhard Richter, 2016.
  • Gerhard Richter. War Cut, Gerhard Richter, New York 2013.
  • Gerhard Richter. November, Gerhard Richter / Dieter Schwarz, London 2013.
  • Gerhard Richter. Patterns. Divided, Mirrored, Repeated, Gerhard Richter, New York 2012.

 

Weblinks

 

News